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Die grosse Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Feuerrote Blüten und tiefgrüne Blätter, welche das Regenwasser auffangen und die Tropfen in der Sonne schön funkeln lassen. Ich nenne Kapuzinerkressen liebevoll auch Kräuterblumen und dies aus einfachem doch wunderbaren Grund: Sie ist wundervoll anzuschauen und sie ist wundervoll schmackhaft, denn sie ist einfach köstlich. Heimisch ist diese Zier- und Nutzpflanze eigentlich im westlichen Südamerika, aber mittlerweilen, sagen wir seit guten 350 Jahren, ist sie bei uns längst Stammgast geworden. Die Inkas wussten um dieses Göttliche Geschenk, denn sie nutzen die Pflanze wohlwissen als Schmerz – und Wundheilmittel. Auch in unseren Breitengraden wird sie als Heilmittel verwendet und somit wurde sie gar im Jahre 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Farbtupfer im Kräutergarten

Sie bringt Feuer und gute Laune in den Garten oder auf den Balkon. Denn wenn man sie so in mitten den anderen Kräutern sieht, trumpft sie auf mit ihren Feuerroten- und gelben Blüten und sie kann ganz schön gross werden, je nachdem, welche Sorte man zu sich geholt hat. Meine Kapuzinerkressen explodieren dieses Jahr förmlich in meinem kleinen Hexengärtchen. Ob’s an der Hexe liegt, die ab und zu den Kräuter gut zuredet, oder an ihren verwunschenen mit Zaubersprüchen versehenen Elixieren oder aber liegt’s einfach daran, dass sich die Pflanzen in diesem Jahr irgendwie sehr gut entwickeln, fast das Leben aufsaugen und uns irgendwie zeigen wollen, wie zauberhaft die Natur ist und vor allem auch, dass man gar nicht weit reisen muss, um die Schönheit gleich hier zu sehen und hautnah zu erleben.

Frisch auf den Tisch

Kapuzinerkressen verwendet man am besten frisch. Ich verwende jeweils die grünen Blätter als Salat, gerne auch mit Löwenzahn gemischt. Gerade im Frühjahr ein kulinarischer Traum. Übrigens gut auch, um Gäste zu erschrecken und vom Gegenteil zu überzeugen, weil sie bis anhin meinten, dies sei alles nur Unkraut, das grüne Zeug da im Garten. Die Blüten der Kresse lassen sich auch essen, ist echt lecker, und gibt ordentlich Farbe auf den Teller, denn bekanntlich isst das Auge ja mit. Dieser Salat-Mix ist ein wahres Kraftpaket und gesund dazu. Den Geschmack kann ich am ehesten mit leicht pfefferig und leicht nach Meerrettich bezeichnen. Kürzlich fehlten mir Knoblauch und Zwiebeln in der Küche. Statt daraus eine Staatsaffäre zu machen, habe ich kurzerhand frische Kapuzinerkressenblätter fein gehackt und so doch noch eine schmackhafte Salatsauce kreiert. In einem mit Frischkäse geschmierten Dinkelbrot auch ganz lecker, einfach ein paar Blätter und Blüten darauf und herzhaft zubeissen. Geschlossene Knospen und unreife Samen lassen sich in Kräuteressig einlegen und man hat somit einen Kapernersatz selbst hergestellt.

Heilmittel

Wer oft unter Blasenentzündungen zu leiden hat, der möge nun gut lauschen. Bevor man zum allseits bekannten Antibiotika greift, sei dem Körper wenigsten eine Chance gegeben mit einer Alternative, denn in Kapuzinerkresse ist Benzylsenföl enthalten. Es ist antibiotisch wirkt gegen eine Vielzahl von „unliebsamen Tierchen“ in unserem Körper. Allen voran gegen die E-Coli-Bakterien. Es sind genau jene, die meistens eine Blasenentzündung auslösen. Bei Blasenentzündung empfehle ich einen Mix aus Meerrettich (frisch gerieben) und Kapuzinerkressen. Übrigens, aus beiden Zutaten gibt es auch ein Naturheilmittel/Medikament, welche eben genau diese beiden Kraftpakete zusammengebracht hat. Wer im Netz forscht, wird leicht fündig. Da es dieses leider nur in D und A und nicht in CH gibt, stelle ich mir dieses wie eben erwähnt einfach selber her, sozusagen frisch ab Presse. Und nun noch mehr davon: Kapuzinerkressen wirken auch antiviral, also bei der nächsten Erkältung unbedingt daran denken. Das darin enthaltene Senföl desinfiziert nach dem Verzehr der Pflanze nämlich genau den Weg von unten nach oben, also via Magen durch die Speiseröhre hoch in den Rachenraum, da wo es schmerzt und auch die Nase eine abschwellende Wirkung gebrauchen könnte.

Und ja, sie hat noch eine tolle Eigenschaft: sie wirkt gegen einige Pilze. Sprosspilze und andere Candida-Spezies mögen sie gar nicht und reagieren hochempfindlich. Bei übermässigen Verzehr jedoch, kann es zu Magen-Darm-Reizungen kommen, dies wohl verursacht durch eben diese Senföle. Ich selber konnte aber noch nichts davon wahrnehmen und dies bei schon längerem Gebrauch. Aber sind wir mal ehrlich, auf chemische Medikamente reagiert unser Körper auch oft mit Sodbrennen und somit wird dann oft einfach ein Zusatzmedikament gegen dieses neue Symptom verschrieben.
Ich kann Kapuzinerkressen als Nahrungs- und Heilmittel wärmstens empfehlen.

Bild: Germanen-Magazin.de (Beitragsbild)

Autor: Silvia Cristini


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