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Von den berauschten Seherinnen und Hexen

Seherin und Hexe

Rau und unbequem war das Klima vor 2000 Jahren in Mittel- und Nordeuropa. So wurde das Wetter zwar als neutral gesehen, aber als lebender Organismus, der seine eigenen Gesetze kennt. Und wenn es bedrohlich wurde, waren es die Riesen die besänftigt werden mussten. Der Donnergott Thor war es, der, wenn es donnerte, wieder einen Riesen zur Strecke brachte. Die bei der germanischen Bevölkerung sehr beliebte Göttin Freiya, die Göttin der Fruchtbarkeit, wurde gerne angerufen, damit die strengen Winter nicht allzu lange dauern würden und das Ackerland fruchtbar wird. Die Seherinnen und Hexen der Germanen übernahmen die Rituale für Fruchtbarkeit, auch wenn es um Kinderwunsch der Menschen ging. Da die Germanen ein naturverbundenes Volk waren, in etwa vergleichbar mit den heute noch indigenen Völkern Amerikas, das im Einklang mit der Natur lebte, gehörten religiöse Rituale und Zeremonien wie die von Schamanen zum Alltag.

Kräuterkundige Frauen

Die Seherinnen und Hexen waren ein sehr wichtiger Bestandteil in der ausschließlich ländlichen Bevölkerung der Germanen, Städte gab es zu jener Zeit noch nicht. Sie wurden bei wichtigen Entscheidungen zurate gezogen, etwa wenn es darum ging, in einen Krieg zu ziehen oder diesen z.B. durch Flucht zu umgehen. Diese Frauen waren auch als Hebammen tätig und halfen mit ihrem umfangreichen Wissen in Kräuterkunde und Heilkunde den gebärenden Frauen und den Neugeborenen für deren Wohlergehen. Sie nutzten die Kraft der Natur, waren mit den vier Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer verbunden und vertraut und fragten die Götter, wenn sie Hilfe brauchten.

Um eine bewusstseinsfördernde Wirkung beim Beten, Meditieren, oder Anrufen der Götter, je nachdem wie man es nennen mag, zu erzielen bzw. noch zu verstärken, benutzten die Hexen auch diverse selbst zusammen gebraute Kräuterelixiere oder andere berauschende Mittel, wie z.B. Pilze. Im Schamanismus und bei vielen indigenen Völkern ist es heute noch üblich, bei verschiedenen Zeremonien oder Initiierungsritualen bewusstseinsübergreifende Erfahrungen durch berauschende Substanzen zu verstärken.

Hexen als Bedrohung

Umso bedrohlicher muss der Anblick für züchtige und zugeknöpfte christliche Missionare gewesen sein, wenn sie einer Hexe begegneten, die vollkommen zugedröhnt im trance-ähnlichen Zustand im Mondenlicht tanzte und Beschwörungsformeln sang. So kurios sich das anhören mag, so katastrophal waren die Folgen der Christianisierung, die mit dem Leben von Millionen von Frauen, auch Männern, die mit dem Teufel im Bunde gewesen sein mussten, gipfeln sollten. So ist auch zu erklären, dass viele jener natürlichen Substanzen von den Christen verteufelt und verboten wurden, damit einhergehend ein großer Teil der Naturheilkunde in Verruf gebracht somit fast in Vergessenheit geriet. Heilung war in der Vorstellung der Kirche ohnehin nur Sache von Gott, nicht aber Sache von sterblichen Menschen, schon gar nicht von Frauen und Hexen. Konnte man zusätzlich gar Wahrsagen, Orakeln und Hellsehen, galt man erst recht als okkult, was gleichzusetzen war mit esoterisch, paranormal, mystisch, übersinnlich oder mit Zauberei. Und diese Eigenschaften waren unnormal und deshalb inakzeptabel für die neue expandierende Religion.

pretty warriorBild: Fotolia_112638195 © Sushi „pretty warrior“

Dabei wurden bei den Ritualen und Zeremonien der Hexen weder Teufel noch Satan oder andere bösartige Energien heraufbeschworen, welche allesamt Erfindungen der Kirche waren. Die Thesen beruhen alleine auf Doktrinen der Kirche, die offiziell und systematisch das weibliche Geschlecht, nicht nur die heidnischen Seherinnen und Hexen, im Laufe der Jahrhunderte immer mehr unterdrückten. Noch heute sind die grausamen Folgen der patriarchischen Gesellschaft, die Wert nur auf Rationalität, Logik, Wissenschaft und unterschwellige Aggression legt, überall auf der Welt zu sehen. Die urweiblichen Eigenschaften wie Intuition, Sinnlichkeit, Sanftheit, Liebe und Empfängnis existieren nur am Rande weitgehend im Verborgenen und sind nur wenig gesellschaftstauglich in der heutigen Zeit. Es wird Zeit, dass die Menschen aufwachen und die weiblichen Werte wieder anerkennen und auch leben. Nur so kann ein ausgeglichener Austausch mit der Natur stattfinden, ohne diese zu zerstören und auszubeuten, genauso wie die Ausbeutung von Menschen anderer Abstammung, Kultur oder Nationalität.

Das verstörende Verhalten bei Schlachten übrigens, was von den römischen Schriftführern als wilde Horde Germanen, als Berserker, oder als Raserei bis hin und Verrücktheit dokumentiert wurde, wenn die germanischen Krieger im lauten wilden Kriegsgeheul, mit Fellen und Tiermasken überzogen auf die Römer zustürmten, ist vermutlich ebenfalls auf die Einnahme in ihrer Wirkung halluzigener LSD-ähnlicher Wirkstoffe zurückzuführen, welche als Kräuter- und/oder Pilzmischungen von den heidnischen Hexen zubereitet wurden.

Die Mythen des Heidentums verändern sich

Das Heidentum stammt von den Menschen, die die Mythen rein durch Erzählungen von Generation zu Generation weitergaben. Die Germanen, die aus unzähligen verschiedenen Stämmen stammten und sprachliche sowie ethnische Gemeinsamkeiten aufwiesen, daher von den Römern als „Germanen“ bezeichnet wurden, waren keine Kultur der schriftlichen Überlieferungen. Es wurde nur immer weiter erzählt, und in Bildern gesprochen. So kam es, dass es verschiedene Gottheiten gab und verschiedene Geschichten und Mythen über sie erzählt wurden. Interessanterweise haben nämlich auch die Götter der germanischen und nordischen Mythologie Fehler und Schwächen, genau wie auch die Menschen selbst. Statt strenger Doktrin fand eine fortlaufende natürliche Entwicklung und Veränderung im Laufe der Zeit statt, so wie es bei den afrikanischen Naturreligionen noch heute der Fall ist.

© Alex Miller / germanen-magazin.de

Beitragsbild: Fotolia_68817583 © Cisek Ciesielski


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3 Kommentare zu Von den berauschten Seherinnen und Hexen

  1. Leider ist das alles geschehen, aber die meisten Hexen wurden von der weltlichen Gerichtsbarkeit hingerichtet und nicht von der Kirche. Dies wurde bisher nicht so in die Öffentlichkeit gebracht!

  2. @ Mary
    zwischen der weltlichen Gerichtsbarkeit und der Kirche bestand vor einiger Zeit kaum ein Unterschied. Der Einfluss war sehr sehr groß.
    Gruss Alex / germanen-magazin

  3. Da die Buchempfehlung von Philip Carr-Gomm auftaucht, weise ich auf sein Buch „Der Weg des Druiden“ hin, in dem er u. a. schreibt, die Frauen damals wären bestimmt erschrocken gewesen, hätte man sie „Hexe“ genannt.
    Die Germanischen Stämme hatten keine Hexen. Der Begriff „Hexe“ war bis in den 70er Jahren ein Schimpfwort und erst durch den Feminismus wurde das negative aus dem Wort genommen.

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