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Germanische Things: Demokratie in grauer Vorzeit

Stoltebuell Thingplatz rekonstruiert

Das sogenannte “Thing“, eine Versammlung, war die wichtigste und mächtigste Institution bei den germanischen Stämmen. Ca. 2000 Jahre vor unserer Zeit, als es um „Germanien“ herum bereits eine „zivilisierte“ Welt gegeben hatte, die von Königen und Kaisern regiert wurde, gab es bei den wilden, aber freien Germanen demokratische Züge, die sich so manch einer hierzulande heute zurück wünschen würde. Things fanden in regelmäßigen Abständen statt, die sich vermutlich nach dem germanischen Kalender, den Mondphasen, richteten.

Die Things wurden ausschließlich in der freien Natur abgehalten, an markanten Felsen, Lichtungen, Bergen, Bäumen oder an anderen magischen Kraftplätzen. Tempel, Kirchen oder andere steinerne Behausungen, die überdacht sind, kannten die alten Germanen nicht. Denn die Heidnische Religion im gesellschaftlichen Kontext war geprägt von der Überzeugung, dass sich die spirituelle und wahrheitsfindende Energie am besten unter freiem Himmel, unter Mitwirken der Naturgeister und der geistigen Welt, entfalten kann. Die Germanen waren sehr ehrfürchtig und naturverbunden. Wenn eine oder mehrere Entscheidungen anstanden, kam das ganze Dorf, ein Gau, oder ein Stamm zusammen, und man stimmte gemeinsam ab. Die Teilnahme war Pflicht. Meist wurde ein Steinkreis gezogen, um die spirituelle Energie zu bündeln und um sich von der Außenwelt abzugrenzen. Jeder kam zu Wort und jedes Stammesmitglied war gleichberechtigt. Jedoch gab es strenge Regeln, wer daran teilnehmen darf, und wer nicht. Nur schon wenn ein ehrenhafter Krieger sein Schild während einer Schlacht verlor, war dies ein Grund, ihn bei einem Thing auszuschließen. In Skandinavien heißen heute noch die Parlamente „Thing“.

Drei Tage Trinkgelage, aber „weitestgehend“ Friede

Auch germanische Stammesführer trafen sich untereinander, etwa wenn es um das Abstecken von Territorien ging, oder darum, sich für einen gemeinsamen Krieg gegen Römer oder andere Stämme zu verbünden („Allthing“). Unter verfeindeten germanischen Stämmen herrschte innerhalb des Things Friede, woran sich jeder hielt. Doch nicht selten endeten die bis zu drei Tage andauernden Things in ausufernden Trinkgelagen, die auch mit Raufereien bis hin zu Todesfälle endeten. Aber wie man so schön sagt, „andere Zeiten, andere Sitten…“. Die Met-und bierähnlichen Getränke schienen auch deshalb bei den Versammlungen in Unmengen geflossen zu sein, da der Trinkbecher, das Horn, durch seine Form keine Abstellmöglichkeit bot und der Germane auf „Ex“ trinken „musste“.

Doch bei allen getroffenen Entscheidungen und Gegebenheiten vertrauten die Germanen auf die Kraft und den Willen der Götter, welche ihrem Glauben nach ihrem aller Leben die Richtung gaben. Und so war es für alle Beteiligten selbstverständlich, die demokratisch herbeigeführten und unbeeinflussten Entscheidungen anzunehmen, ohne Wenn und Aber. Taktiken der Diplomatie, Politik, List und Tücke wie sie bei den cleveren Römern Gang und Gäbe waren, gab es bei den Germanen damals nicht. Man verließ sich schicksalsträchtig, manchmal vielleicht etwas zu naiv, auf die Entscheidungsfindung durch die Kraft der Demokratie, der Götter und der Natur, auch unter dem Rat der Seherinnen und Priesterinnen. Heute, im Nachhinein, würde man sagen, dass vielleicht so manches Unheil von den Germanen abgewendet worden wäre, wäre man etwas organisierter und „logischer“ im Vorfeld so mancher Schlacht vorgegangen.


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Germanische Ratsversammlung – Relief der Marc-Aurel-Säule zu Rom

Things in der Schweiz

Man mag es kaum glauben, aber Versammlungen, in denen auf öffentlichen Plätzen über bestimmte Dinge abgestimmt wird und jeder zu Wort kommen kann, gibt es heute noch in der Schweiz. In den Schweizer Kantonen Appenzell Innerrhoden und Glarus werden die „kantonalen Landsgemeinden“ abgehalten, die dem alten germanischen Thing ähneln. Jeder Stimmberechtigte kann zu einer Frage das Wort ergreifen, abgestimmt wird auf den Marktplätzen per Hand.

Thing als Versöhnungsritual
Viele der Things bei den Germanen hatten einen klärenden, spirituellen Charakter, wie es heutzutage noch in manchen Naturvölkern üblich ist. Die Seherinnen und Priesterinnen waren bei den Zeremonien maßgeblich mit beteiligt und sorgten sich um das Gemeinwohl der Stämme untereinander. Zusammenkünfte dieser Art gibt es heute noch in den indigenen Völkern. So wird ein Sprechstab herumgereicht und jeder teilt seine Meinung bzw. seine „Wahrheit“ mit den Anwesenden, ohne sich im Gegenzug zu rechtfertigen. Jedem wird so die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zuteil, ohne dass mit Schuldzuweisungen oder Verurteilungen wild darüber debattiert oder diskutiert wird. Die gemeinsame vorbehaltlose gegenseitige Vergebung und darauffolgende Versöhnung mithilfe der Geistigen Welt steht dabei im Vordergrund, so wie in der hawaiianischen Tradition des Ho´oponopono, das sogar zu uns in den Westen gelangte und als effektivste Methode zur Konfliktbewältigung gilt.

Versöhnungsrituale im 21. Jahrhundert

Noch immer sind die meisten Menschen geprägt vom Schwarz-Weiß-Denken. Sie fühlen sich im Recht, geben anderen Menschen die Schuld an ihrem eigenen Schicksal und würden sich vor lauter Hass und Verletzung niemals mit anderen Parteien an einen Tisch setzen. Die schlimmen Geschehnisse liegen meist lange Zeit zurück, doch die heutigen Generationen tragen die Schrecken der Ahnen in ihren Genen immer noch mit sich herum, welche sich nicht selten in Blockaden und Krankheiten äußern. Hass-und Wutgefühle zerstören aber nur eine einzige Person: diejenige, die sie hat. Und so ist es an der Zeit, auf offenbar begangenes Unrecht nicht mehr mit Hass zu reagieren, denn ungeschehen lassen sich all die schlimmen Ereignisse nicht mehr, sondern mit Versöhnung, Vergebung und Liebe, von beiden Seiten. Die Germanen mit ihren Things und die indigenen Völker machen uns vor, wie wir das in der heutigen modernen Zeit hinbekommen können.

Beitragsbild: Stoltebüll, Schleswig-Holstein, ein alter Gerichtsplatz (wikipedia creative commons), Bild Mitte: Germanische Ratsversammlung. Relief an der Mark-Aurel-Säule zu Rom Buch-Scan von Wolpertinger – Lizenz: gemeinfrei Leistungsschutzrechte abgelaufen

© Alex Miller / germanen-magazin.de


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1 Kommentar zu Germanische Things: Demokratie in grauer Vorzeit

  1. Schöner Artikel!
    Zu den Landsgemeinden in der Schweiz:
    „Jeder Stimmberechtigte kann zu einer Frage das Wort ergreifen, abgestimmt wird auf den Marktplätzen per Hand.“
    Mit Betonung auf „jeder Stimmberechtigte“, denn in der Tat, Frauen dürfen erst seit 1991 mitstimmen und das Wort ergreifen. Sie hatten wohl Angst vor den Seherinnen und berauschten Hexen 🙂 – oder irgendwer musste ja was Leckeres kochen in der Zeit, wo die Männer abstimmten. Gut haben sich die Zeiten geändert und die Männer kochen auch mal was Leckeres. 🙂

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