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Met – Zugang zur übersinnlichen Welt

Die Germanen schrieben dem Met die Kraft zu, den Menschen Begeisterung zu verleihen und ihnen den Zugang zur übersinnlichen Welt zu öffnen. Die Veränderung ihrer Sinne schrieben unsere Vorfahren einem geheimen Zauber zu, der Met avancierte somit bald zu einem Geschenk der Götter. Als „Quell der Weisheit“ ist der Honigwein sehr eng mit dem Wahrheitsforscher Odin verbunden. Der euphorische Erregungszustand, den der Met auslöste und dem die Germanen sich gerne aussetzten, wurde als Übergang zum Göttlichen empfunden. Ein Saufgelage war für die Germanen nichts Verwerfliches, eher etwas Heiliges. Die Götter, denen sie dienten, waren den Trinkenden wohlgesonnen – denn sie selbst tranken auch!

Was für die Römer und Griechen der Traubenwein bedeutete, das war für die Germanen im kühlen Norden der Met (Honigwein). Vermutlich ist der Honigwein weltweit das älteste alkoholische Getränk, denn nach Schätzungen von Historikern gab es den Rauschtrunk bereits vor weit über 3000 Jahren. Weil die Wirkung von Alkohol noch nicht verstanden wurde, ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen um das seltsame Gebräu der Germanen, welcher seinerzeit hauptsächlich bei kultischen Festen reichlich konsumiert wurde. In der nordischen Mythologie wird Met auch als das „Geschenk der Asen (Götter)“ bezeichnet. Die Edda enthält viele detaillierte Beschreibungen von regelrechten Saufgelagen und den Folgen am nächsten Tag. Die Gelage waren aber eben nicht nur „Besäufnisse“, sondern galten auch als rituelle Handlungen und waren auch die Folge von „Things“, in denen sich die Stammesoberen über bestimmte Entscheidungen abstimmten. Nicht selten dauerte so ein „Thing“ eben mal drei Tage…, sicher auch dank des wohlschmeckenden Met! Die Geister scheiden sich an der These, ob Met nur zu bestimmten Ereignissen getrunken wurde, oder ob er neben seiner Verwendung an Festen, Zeremonien und Things auch als ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im mittelalterlichen Europa, getrunken wurde. Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, und trotzdem wurde auch im Mittelalter noch Met produziert und getrunken. Im Kloster St. Gallen um das Jahr 1000, so Überlieferungen, wurde Met zusammen mit Käse als Nachtisch serviert.

Met bestand aus nichts anderem als aus Honig und Wasser

Beides wurde miteinander vermischt, zum Kochen gebracht und unterlief anschließend einem Gärprozess. Heutzutage wird Hefe dazu verwendet, um den Met oder auch andere Getränke wie beispielsweise Bier zum Gären zu bringen, doch war Hefe damals noch völlig unbekannt. Die Gärung setzte bei genügend hoher Feuchtigkeit automatisch ein, und „Odin höchstpersönlich pflegte kräftig in die Bottiche zu spucken, um die Gärung zu beschleunigen“. Tatsächlich soll unser Speichel verschiedene Enzyme enthalten, die im Magen den Gärprozess einleiten.

Germanin trinkt Met HonigweinDer Met der Begeisterung

Der dritte Erkenntnisweg von Odin, der von der Versöhnung der zwei einst verfeindeten Götterfamilie der Asen und der Wanen erzählt, ist auch eng mit dem „Met der Begeisterung“ verbunden. Bei dem Versöhnungs- und Friedensritual entstand das weiseste Geschöpf, das es jemals gab, Kvasir. Es wird erzählt, wie der Met aus Kvasirs Blut gewonnen und dann von den Zwergen gestohlen und von den Riesen versteckt wird. Odin, der Meister der Inspiration, macht sich auf das Abenteuer auf, unternimmt schamanische Reisen und verändert seine Gestalt, um den Met zum Wohle der Götter und Menschen wieder zurückzubringen. Der Met wird auch Kvasirs Blut, Zwergenmet oder Skaldenmet genannt. Es ist der Met, durch den die Götter zu Weisheit inspiriert werden und Sänger, Seherinnen, Skalden und Völvas die Gabe ekstatischer Begeisterung erlangen. Snorri schreibt, dass jeder, der „Kvasirs Blut“ trinkt, zum Dichter wird.

Das deutsche Wort Met hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm *medhu-, mit dem zumeist der Honig bezeichnet wurde. Im Sanskrit bezeichnet das Wort „mádhu“, einen süßen, berauschenden Trank oder Honig. Genügend Honig war im damals nahezu komplett bewaldeten Mitteleuropa zwar vorhanden, doch war Honig zum Einen das damals einzige Süßungsmittel, zum anderen neben blondem Frauenhaar der germanische Exportschlager schlechthin.

Den Göttern schien der Met Unsterblichkeit zu verleihen

Auch die heilende Wirkung von Honigwein soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Denn Honig besitzt, wie wir heute aus rein wissenschaftlicher Sicht wissen, eine antibakterielle Wirkung. Schon antike Lehrbücher schrieben dem Met Heilkräfte gegen Magen- und Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege zu. Den Göttern schien der Met Unsterblichkeit zu verleihen, beim Menschen wirkte er kräftigend und lebensverlängernd. „Met tut viel Gutes, er bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg, befreit von dem, was dem Körper nachteilig ist. Seine Wirkung ist sehr günstig auf das Blut, die Säfte, Nieren und Blase, weil er überall reinigt, auflöst und ausleitend wirkt. Für die Alten, so auch für uns ist Met ein Stärkungsmittel.

„Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter verdankten sie besonders ihrem Met.“, so schrieb einst der Naturheilpraktiker Sebastian Kneipp.

© Alex Miller / germanen-magazin.de


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Quellen und weitere Infos
www.odins-met.de/mains/page1.htm
www.met-amensis.de
Der Brunnen der Erinnerung, Ralph Metzner, Arun Verlag
Die ersten Deutschen, S. Fischer-Fabian, Bastei Lübbe

Bilder: Fotolia.com

2 Kommentare zu Met – Zugang zur übersinnlichen Welt

  1. hallo
    können sie mir das buch,,die weiße göttin huldr,,schicken?
    das propagieren sie in ihrem buch,,die geheimnisse der germanen und kelten.
    herzlichst a.ruch

  2. Hallo,
    das Buch „Die weiße Göttin Huldr“ können Sie direkt beim Autor Alexander A. Gronau beziehen:

    http://www.bibliotheknemeton.de/Info-DieWeisseGoettinHuldr.html

    Herzliche Grüße
    Alex Miller

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