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Kultsee Oberdorla: Reich der Germanengöttin Hulda

Kultsee Oberdorla

Die Gründung der germanischen Kultstätte Opfermoor Oberdorla / Niederdorla im heutigen Thüringen geht bereits bis ins 6. Jahrhundert zurück und wurde noch lange nach der Christianisierung bis ins 12. Jahrhundert n. Chr. zu kultischen Zwecken zu Ehren der Germanengöttin Hulda/Huldr genutzt. Moorgebiete waren den Germanen aufgrund ihrer spirituellen Bedeutung besonders spirituelle Orte. Der germanische Stamm der Hermunduren erschien Ende des 1. Jahrhunderts in Nordthüringen und gründete am Kultsee ein großes Rundheiligtum mit Kultpfählen und rechteckigem Holzaltar mit Eckpfählen als Zentrum. Als Gottheiten dienten einfache Darstellungen aus verschiedenen Holzarten.

Opfermoor Oberdorla

Im zweiten Heiligtum finden wir zwar als Gottheit eine Steinstele von 2 Metern Höhe vor, die durch den abgesetzten Kopf als Götterfigur gut erkennbar war, aber alle weiteren Nachbildungen von Göttern in dieser Zeit wurden durch einfache Klotzidole oder Pfähle ohne abgesetzten Kopfteil dargestellt. Hier wurden neben Tier- und Sachopfern auch vier Menschenopfer gebracht. […] Motiviert durch die plötzliche Entstehung eines Sees im Areal der Opferstätte, entstanden 26 Heiligtümer. Aus dem kleinen Opferplatz entwickelte sich ein bedeutender Kultplatz. Quelle: http://www.ahnen-breitbart.de/Breitbart/Oberdorlaer%20Opfermoor.htm

Unweit der Kultstätte wurde unter der Leitung von Prof. Behm-Blancke in den Jahren 1964 bis 1976 eine mehrperiodische germanische Siedlung ausgegraben, dessen Funde auf eine intensive Besiedlung dieser Region hinweisen. Der Weimarer Professor fand dort 90 Opferstätten, unter anderem eine Art „germanisches Pantheon“, dass die Symbole und Heiligtümer vieler germanischer Gottheiten darstellt. 60 verschiedene hölzerne Idole wurden von ihm geborgen, darunter eine 6 m hohe hölzerne Säule – die Irminsul, eine besondere Form des Weltenbaums Yggdrasil und frühmittelalterliches Heiligtum der Sachsen.

Der im Laufe der Zeit bei Oberdorla entstandene See wurde über Jahrhunderte zum Zentrum der Opferpraxis, um den sich im Laufe der Jahrhunderte sowohl keltische als auch römische Einflüsse bemerkbar machten. Es ist anzunehmen, dass die Menschen damals am Kultsee vor allem Göttin Huldr verehrten, dafür sprechen unter anderem feminine Hinweise wie beispielsweise ein großes Webstuhlgewicht. Nahe dem Altar fand sich ein Holzidol einer Göttin, das gallo-römische Einflüsse zeigt, sowie ein Sarg mit einem Skelett eines Mädchens. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Opfermoor_Niederdorla

Erd- und Himmelsgöttin der Germanen

Frau Holle?

Die große Göttin Huldr/Holle/Holda wurde im gesamten germanischen Kulturraumes hoch verehrt. Sie ist die Erd- und Himmelsgöttin der Germanen. In einem Moorgebiet wie Oberdorla/Niederdorla ist der spirituelle Zusammenhang zwischen Natur und Göttern kaum besser zu veranschaulichen. Denn Moor besteht aus den zwei Hauptelementen Erde und Wasser und hat eine tiefe spirituelle Bedeutung, steht es sinnbildlich für den Übergang zwischen Himmel und Erde. So waren Moore besonders heilige Orte der Germanen und folgerichtig gerade dazu prädestiniert, um der Erd- und Himmelsgöttin Huldr zu ehren. In Mooren fanden sich auch besonders viele Pfahlgötter, die auch Moorpfähle oder Pfahlgötzen bezeichnet werden, also figürlich bearbeitete Holzstämme – wie auch im Opfermoor Oberdorla. Sie finden sich übrigens auch in keltischen und slawischen Kulturen wieder.

Göttin Huldr liebt den Aufenthalt in Seen, Brunnen und Gewässer, und wenn sie vom Wasser an Land geht, bringt sie den Menschen als freundliche, mildtätige Göttin Fruchtbarkeit mit. Man sagt, dass Menschenkinder durch das Wasser in ihr Reich vordringen könnten. Als himmlisches Wesen umspannt Göttin Huldr die Erde, und wenn sie ihr Bett macht, rieseln die Daunen als Schnee auf die Erde nieder. Daher ist Huldr identisch mit Frau Holle aus Grimms Märchen. Sie kann ihre Gestalt verändern und kommt daher manchmal als alte mütterliche Weise, dann wieder als fürchterliche schreckenseinflößende Alte. Hin und wieder aber auch als wunderschöne, junge, langhaarige weiße Frau.

Ihre Pflanze ist der Holunder (oder auch u.a. Hollerbusch genannt), der Baum des Lebens und des Todes, eine der wichtigsten Heilpflanzen für den Menschen. Bei den Kelten galt der Holunder als heiliger Baum, denn er verkörperte die Unendlichkeit des Lebens: Im Winter war der Baum „tot“ – im Frühjahr erwachte er zu neuen Leben. Im druidischen Baumkalender ist der Holunder der 13. und letzte Jahresbaum. Er schließt das Jahr ab und steht für Tod und Wiedergeburt. Ihre dunkle Seite zeigt Göttin Huldr, wenn sie zusammen mit Wodan gegen Ende der Rauhnächte die Wilde Jagd begeht.

Beitragsbild „Opfermoor bei Niederdorla mit stilisierter Göttergestalt am Rand des Sees. Blick von Süden”:
By Michael Fiegle – Own work (Original text: Eigene Fotografie), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14648879
Bild Frau im Winter: Fotolia.com

Copyright: © Alex Miller / www.germanen-magazin.de


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